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Geschichte

Das rechtlich bedeutsame Schriftgut der Korporation reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Dass dieses Schriftgut erhalten blieb, erklärt sich daher, dass die „Gmeind“ der Ortsbürger sowohl den gnädigen Herren wie den Hintersässen gegenüber auf ihre Rechte pochen mussten. Die Urkunde gewährleistete als verbriefte Rechte die Rechtssicherheit. Die älteste Pergamenturkunde Buchrains datiert von 1411; sie hält fest, dass der Kellerhof eine Schutzausrüstung (Harnisch) zu stellen habe.

Spätere Urkunden betreffen unter anderem die strittigen Gemeindegrenzen zwischen Root und Buchrain, Wuhrpflicht an der Reuss, Brunnenrechte und Holznutzung, aber auch Vereinbarungen mit dem Pfarrpfrund sowie die Niederlassungsgebühren für Neuzuzüger (= Hintersässen). 

 

Eine Kostbarkeit ist die Planskizze aus dem 18. Jahrhundert des Perlengebietes mit den Reuss-Auen und den Inseln im Flusslauf, die im 19. und 20. Jahrhundert als Folge der Massnahmen zur Landgewinnung verschwunden sind.

 

                                     

 

Der Reuss-Plan gibt oben die Inwiler, unten die Buchrainer Pfarrkirche, den Schachenwald sowie die wenigen Häuser in naiver Strichzeichnung wieder. Er zeigt aber vor allem die Reuss-Auen-Landschaft vor der Reussebene – Melioration (=Verbesserungen, d.h. Begradigung und Dammbau), die mit Entwässerung, Begradigung und Dammbau den ebenen Talboden vor Überschwemmungen schützte und deshalb intensiver nutzen liess. Die früheren Reuss-Auen waren Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren, als Bünten (Pflanzgärten) und auch Wirtschaftsraum für den Menschen.

Die Schriftgutbestände wiesen Tintenfrass sowie Gebrauchs-, Säure- und Feuchtigkeitsschäden infolge Lagerung in einem Wandeinlass der alten Pfarrkirche auf.

Die Schäden zu beheben, um das Schriftgut der alten „Gmeind“ als geschichtliches Gedächtnis Buchrains in die Zukunft hinein zu retten, bedingte aufwendige Restaurationsarbeiten. Der grosse finanzielle Aufwand zur Rettung und Erhaltung der Dokumente ist ein Beitrag zurück zu den frühesten Erinnerungen Buchrains. Die Korporation Buchrain als älteste Einrichtung der gemeindlichen Selbstverwaltung verstand diese Aufgabe als Erhalt des eigenen Erbes im Sinne von Goethes Wort: „Was zu erbst von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“.